Klinische Forschung
«Forschung und integrative Medizin schliessen sich nicht aus!»
Haben Sie gewusst, dass Ärztinnen und Ärzte des ZIO in der klinischen Forschung tätig sind und ihre Studienergebnisse regelmässig in Fachmagazinen publizieren? Wir haben mit Dr. med. Valeria Milani gesprochen, die in diesem Bereich besonders aktiv ist. Sie ist überzeugt, dass eine aktive Forschungstätigkeit auch für die Patientinnen und Patienten von grossem Nutzen ist – auch durch die Möglichkeit, an internen oder externen klinischen Studien teilzunehmen.
Frau Dr. Milani, welchen Stellenwert hat die klinische Forschung am ZIO?
Sie hat einen grossen Stellenwert. Das mag viele Menschen überraschen, da sie glauben, klinische Forschung und ein integrativer Ansatz in der Medizin schliessen sich aus. Doch dem ist keineswegs so – im Gegenteil! Die Schulmedizin auf dem neuesten Stand ist und bleibt unsere Basis. Forschung im Bereich der integrativen Onkologie bedeutet, die integrativen Ansätze wissenschaftlich zu untersuchen und zu validieren. Das entfaltet auch einen grossen Nutzen für die Patientinnen und Patienten.
Inwiefern?
Über die Vernetzung innerhalb der Forschungs-Community erhalten wir etwa die Möglichkeit, Patientinnen und Patienten für klinische Studien zu rekrutieren. Damit erweitern wir faktisch das Spektrum an Therapieangeboten, das wir am ZIO anbieten. Ich habe beispielsweise eine Patientin, die für eine Hormontherapie zu mir ans ZIO gekommen ist, die ich dann aber via Brust-Zentrum Zürich, mit dem uns eine Partnerschaft verbindet, für eine Studie mit einem neuen Medikament anmelden konnte. Die Patientin konnte dennoch bei mir am ZIO bleiben und parallel komplementärmedizinische Angebot wie die Misteltherapie nutzen. Unter dem Strich ist das ein grosser Mehrwert.
In welchen Bereichen haben Sie persönlich in letzter Zeit geforscht und publiziert?
In den letzten Jahren beschäftigte ich mich im Bereich der sogenannten Real-World- und Versorgungsforschung sowie in der Medizindidaktik. Bei diesen Studien drehte es sich um die Frage, wie Krebsbehandlungen im Alltag möglichst gut umgesetzt werden können. Da ging es zum Beispiel darum, wie Nebenwirkungen moderner Immuntherapien in Kliniken und Praxen erkannt und behandelt werden; wie man Medizin-Studierende auf die ambulante Krebsversorgung vorbereitet oder wie Patientinnen und Patienten bei der Einnahme von Krebsmedikamenten zu Hause besser unterstützt werden können.
Dr. med. Valeria Milani ist Leitende Onkologin am ZIO Zürich, ausserdem ist sie am BrustCentrum Zürich am Spital Zollikerberg und an der Zürcher Privatklinik Bethanien tätig. Die Fachärztin für Innere Medizin, Onkologie und Hämatologie ist Mitglied der Projektgruppe Brustkrebs am Swiss Cancer Institute.
Möchten Sie mehr über die erwähnten Studien erfahren?
- Hemato-oncological outpatient care in medical education: a German pilot-project.
- Evaluation of therapy support through a standardized nursing consultation for patients undergoing oral tumor therapy in gynecological oncology within the prospective CAM-PA initiative.
- Real-world management and outcomes of immune-related adverse events in German cancer care: A multicenter analysis using the SERIO registry.


