Selbsthilfefreundliches ZIO

«Selbsthilfe ermöglicht einen Raum der Freiheit»

Als offizielles Mitglied im Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit engagiert sich das ZIO im Bereich der gemeinschaftlichen Selbsthilfe in der Schweiz. Damit bildet es eine Brücke zwischen Krebsbetroffenen und Selbsthilfegruppen im Kanton Zürich. Ein Angebot, das aus Sicht von PD Dr. med. Valeria Milani, die als Selbsthilfebeauftragte des ZIO agiert, noch viel zu wenig bekannt ist, obwohl es eine wichtige Ergänzung zur professionellen Betreuung durch die Fachpersonen darstellt.

Frau Milani, das ZIO trägt das Label «selbsthilfefreundlich» – was bedeutet das genau?
Das heisst, dass wir die gemeinschaftliche Selbsthilfe als wichtigen Beitrag zu einer patientenzentrierten Krebsbehandlung betrachten. Wir sensibilisieren und informieren unsere Patientinnen und Patienten über die Angebote unseres Kooperationspartners Selbsthilfe Zürich und schlagen so eine Brücke zwischen Krebsbetroffenen und den themenspezifischen Selbsthilfegruppen. Leider sind diese Angebote auch in der Ärzteschaft nach wie vor zu wenig bekannt, dabei stellen sie eine wichtige Ergänzung zur professionellen Betreuung durch uns Fachleute dar.

Was können Selbsthilfegruppen leisten, was im professionellen Setting nicht möglich ist?
In Selbsthilfegruppen sind Betroffene unter sich, da ist ein anderer Austausch möglich. Patient:innen sind gegenüber uns Fachleuten oft etwas eingeschüchtert, auch wenn das nicht gewollt ist. Die Selbsthilfe ermöglicht einen Raum der Freiheit, in dem Betroffene sich öffnen und Themen ansprechen können, die sie mit mir als Onkologin nicht besprechen möchten.

Um welche Themen geht es da?
Das ist von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich, aber es geht oft nicht nur um das körperliche Befinden, sondern auch um die psychische Gesundheit, um Gefühle oder den Umgang mit Beziehungen. In vielen Gruppen wird nicht nur miteinander geredet, sondern gemeinsam gebastelt, gewellnesst oder Kaffee getrunken. So entsteht ein unterstützendes Netzwerk, in dem Verständnis und neue Zuversicht gefunden werden können.

In welchen Stadien einer Erkrankung ist dieses Angebot besonders wichtig und warum?
Unsere Erfahrung zeigt, dass vor allem Patient:innen auf das Angebot der Selbsthilfe ansprechen, die schon einen längeren Behandlungsweg hinter sich haben, vielleicht auch mit einem chronischen Verlauf ihrer Krankheit klarkommen müssen. Unsere Pflegefachpersonen sind geschult, Patient:innen gezielt auf die Möglichkeit der Selbsthilfe anzusprechen. Dabei ist es letztlich jeder Person selbst überlassen, ob sie dieses Angebot in Anspruch nehmen und ihre Erfahrungen mit anderen Betroffenen teilen möchte.

PD Dr. med. Valeria Milani ist Leitende Onkologin am ZIO Zürich, ausserdem ist sie am BrustCentrum Zürich am Spital Zollikerberg und an Zürcher Privatklinik Bethanien tätig. Die Fachärztin für Innere Medizin, Onkologie und Hämatologie ist Selbsthilfebeauftragte des ZIO.

Weitere Informationen zur Selbsthilfe sowie Kontaktadressen zu Selbsthilfezentren in der Region Zürich sind auf unserem Flyer «Selbsthilfegruppen bei onkologischen Erkrankungen» ersichtlich.

Haben Sie Fragen?

Die Teams der ZIOs sind gerne für Sie da.